Montag, 29. August 2011

Das Stadtfest

Wie aus der Überschrift zu entnehmen ist war heute Stadtfest in Leme. Anlass war der 116 Geburtstag.
Morgens gab es eine Parade, die quer durch das Centro ging. Ich glaube, dass wirklich ganz Leme auf den Beinen war, um sich die Parade anzugucken, Cachorro cente (Heißer Hund) zu essen oder Kram von den Straßenhändlern zu kaufen. Ähnlich wie bei uns an Karneval gab es verschiedene Gruppen, die sich auf den Marsch vorbereitet hatten und mit einheitlichen Kostümen, Tanzeinlagen und vor allem Trommelrhytmen über drei Stunden die Straßen entlangliefen. Ich muss sagen, dass es wirklich toll war, denn das Wetter war klasse und es war echt ein großes Fest.
Tagsüber haben wir dann nicht allzu viel gemacht sondern haben den Feiertag entspannt im Garten verbracht.
Abends sind wir dann wieder losgezogen zu der großen Bühne. Hier unterhielten verschiedene Sänger ungefär ganz Leme, denn ich glaube dieses Spektakel wollte sich keiner entgehen lassen.
Doch ich muss sagen, dass ich schon etwas erstaunt und geschockt war, wie viele Kinder dort rum liefen. Nicht, dass sich nicht da sein sollten, doch WIE sie da rum liefen war echt, naja sagen wir, das, was ich kenne. Kurze Tops, knappe Hosen, viel Schminke und das im Alter von 12 und aufwärts. Ich denke, dass solche Feste vor allem zum Flirten und vielleicht auch für mehr gedacht sind, denn es turteln echt alle irgendwie rum, "checken" das andere Geschlecht ab und spielen im wahrsten Sinne des Wortes verrückt.
Ich möchte nicht weiter denken.
Das Fest an sich hat mir sehr gut gefallen: die Musik war genau mein Ding, ich hatte gute Lauen, es war warm und es hat Spaß gemacht diese andere Kultur beim Feiern zu beobachten.
Ich habe mich stark an einige portugiesische Feiern zuhause erinnert gefühlt und jetzt äußer ich meine Meinung: Liebe Deutsche Jungs! (auch wenn ich nicht glaube, dass das wer liest) Guckt euch den Hüftschwung und die Gelassenheit beim Tanzen doch bitte bei den Brasilianern ab und nicht bei Kühlschränken oder bestenfalls Hängematten.
Ich  muss echt sagen, wenn Südländer etwas können, dann tanzen. Und es gefällt mir sehr gut. Wir sind relativ lang bei dem Fest geblieben, haben uns dann aber verabschiedet, als alle "Parabens", also Happy Birthday singen sollten :D

Ich weiß nicht, was man für ein Fazit ziehen kann. Dieser Artikel endet hier lieber, denn sonst würde ich mich noch über deutsche Partys auslassen, über die deutsche Gelassenheit und alles vergleichen. Deshalb sage ich jetzt Gute Nacht und danke an alle, die diesen Blog lesen. Wer mir Feedback geben will darf das gerne tun, ich freue mich darüber!


Sonntag, 28. August 2011

Wenige Fotos :)

Der Pool, an dem wir uns entspannen könne. Auf dem gleichen Grundstück befindet sich eine große Wiese, ein Spielplatz und eine offene Turnhalle. Das alles gehört zur Creche und wird am Wochenende von einem wirklich netten Mann betreut, der direkt nebenan wohnt. Und bei dem warmen Wetter ist der Pool eine tolle Abwechslung zur Arbeit und dem Im-Zimmer-Sitzen, weil es zu warm ist, um einfach so draußen zu sitzen.

Käfer gibt es hier in Brasilien mehr als genug und mich werden diese Autos wohl immer an diesen Aufenthalt erinnern. Auch VW-Bullis gibt es hier sehr viele.

Hier sieht man den Garten, der zur Creche gehört. Hier wachsen im Laufe des Jahres Bananen, Brombeeren, Mangos, Papayas, Kokosnüsse, Orangen und Limetten. Und natürlich profitieren auch wir von dem Obst und ich werde mir bestimmt den Bauch ordentlich vollschlagen. Vielleicht melde ich mich im Gegenzug im Fitnessstudio an. 
Hier sieht man mein Zimmer. Am Kopfende des Bettes habe ich mittlerweile viele Fotos von Zuhause, Freunden und Familien hängen. Weiterhin gibt es im dem Zimmer ein weiteres Bett, was ab übermorgen leer ist, weil Anna nach Hause fährt(Sie war ein halbes Jahr Praktikantin), ein Waschbecken und 2 Schränke, die ich dann beschlagnahmen werde. 

Hier sieht man den Konvent. Die Haustür befindet sich bei dem zu sehenden Vordach und weiter rechts ist die Straße. 

Ziemlich versteckt kann man hier die Kirche sehen, die immer rappelvoll ist und im Vordergund habe ich heimlich/eher zufällig die Policia fotografiert. 

Hier ist ein Foto des Imperials. Die Häuser sind größtenteils nicht verputzt. Hier ist eine sehr ordentliche Straße zu sehen. Es gibt auch Straßen, die vermüllt sind und wo lauter herrenlose Hunde herumlaufen. Die Dose unten rechts im Bild gehört einem kleinen Jungen, der die Schnur seines Drachens darum gewickelt hat, damit sie sich nicht irgendwo verheddert. Viele Kinder hier spielen mit selbstgebastelten Drachen und lassen sie stundenlang im Wind tanzen. Auch barfuß Fußballspielen tun die Kinder hier viel. Oder im Müll nach Schätzen suchen. 

Brasilien ist schier endlos. Man kann sehr weit gucken und es scheint alles im Nichts zu enden. 

Hier habe ich den Garten unserer Schwestern fotografiert. Der Gärtner ist ein toller herzlicher Mann, der sich super um alles kümmert, was im Garten und auch im Haus Pflege oder Werkzeug braucht. 



Ich hoffe ihr könnt euch jetzt schon ein wenig besser vorstellen, wie es hier ist. Ich bin zufrieden und fühle mich wohl. Ich werde auch bestimmt mal mehr Fotos einfügen, wenn ich mehr gemacht habe ! 

Freitag, 26. August 2011

Wenn ich so überlege muss ich sagen, dass es schon krass ist, was man hier eigentlich macht. Aber damit meine ich grade nicht die Sprache oder die neuen Endrücke durch die Stadt und die verschiedenen Arbeitsfelder und Projekte. Vielmehr meine ich grade die Situation, dass man mit vollkommen fremden Menschen zusammen fährt, um das halbe Jahr gemeinsam zu erleben. Man fährt nicht mit seinen Freunden, seiner Familie oder Bekannten sondern mit komplett anderen Personen von denen man weder Essgewohnheiten oder den Humor kennt. 
Unsere Gruppe besteht aus drei Mädchen. Wir kommen aus den unterschiedlichsten Städten und den verschiedensten Familien. Wir haben uns auf den Vorebreitungswochenenden kennengelernt. Erst nicht bewusst, denn die Orte, wo wir hin wollten standen noch nicht fest. Und selbst, als feststand, mit wem man fährt hatten wir danach nur noch Kontakt über das Internet. Erst am Abreisedatum haben wir uns am Flughafen wieder getroffen. 
Doch ich muss sagen, dass es super klappt. Ich finde es spannend, jeden Tag ein Stück mehr von der anderen Person zu erfahren, mehr Ansichten kennenzulernen. Sich bestätigt fühlen in dem, was man sowieso dachte und dann doch ganz neue und spannende Eindrücke erhalten, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. 
Ich finde, dass der Aufenthalt im Ausland nicht nur hilft sich kulturell, sprachlich oder sozial weiter zu entwickeln sondern sich neu kennenzulernen und zu lernen mit neuen Menschen umzugehen und vielleicht auch, ich nenne es mal "Vorurteile" abzubauen bzw. garnicht erst entstehen zu lassen, weil sich viel zu oft ganz neue Eindrücke ergeben (wobei ich dazu sagen kann, dass ich in meinen "Vorurteilen", dass es passen wird und wir uns bestimmt gut verstehen werden bestätigt wurde). 
Ich freue mich auf die nächste Zeit :)

Mittwoch, 24. August 2011

Freiheit

Heute habe ich mich unglaublich frei gefühlt.
Morgens waren Lisette und ich bei dem Mann, der mit uns Gymnastik macht und später noch in der Creche, also dem Kindergarten.
Um drei Uhr sind wir mit der Schwester losgefahren zu den Zuckerrohrfeldern.
Wir sind zwei Stunden mit einem uralten VW-Bus durch die Gegend gefahren und ich hab mich einfach unglaublich frei gefühlt : Der Wind ist durch das Auto gefegt, überall waren Felder und man konnte fast unendlich gucken. Die Sonne hat geschienen und wir haben nichtmal viel geredet und obwohl der Wagen unglaublich Lärm gemacht hat war es entspannt und "ruhig". Wir sind an allen möglichen Fazendas, Bauernhöfen vorbei gefahren, sind über die krassesten Trampelpfade getuckert und es war zwischendurch wirklich super warm.
Es war eine unglaublich schöne Fahrt und ich habe mich gefühlt, als könnte ich alles schaffen, als könnte ich alles machen und wenn es doch nicht funktioniert einfach aufstehen und weitermachen.
Und das werde ich auch. Egal was kommt, egal was schief geht. Man muss weiter machen!

Montag, 22. August 2011

Kulturschock

Ich muss sagen, dass ich bis jetzt noch keinen wirklichen Kulturschock erleiden musste. Natürlich ist die Lebensweise hier ganz anders und die Menschen sind auch komplett anders, als in Deutschland, aber ich würde nicht sagen, dass ich einen Schock in dem Sinne erlitten haben.
Es gibt schon Dinge, die ich komisch finde. Nicht nur, dass es hier überall total laut ist und alle im Auto Musik hören, die es unmöglich macht irgendetwas anderes zu hören, und auch nicht die Tatsache, dass viele der vor allem weiblichen Belegschaft super geschminkt und top gestylt aus dem Haus geht (obwohl Stile in Deutschland auch ganz anders definiert wird) haben mich sonderlich geschockt sondern eher fasziniert. Denn die Kultur, die ich bis jetzt kennen gelernt habe ist einfach total vielschichtig, gegensätzlich und super interessant.
Da ist beispielsweise der Kirchgang. Ich kenne aus Deutschland die volle Kirche nur an Weihnachten oder vielleicht noch Ostern. Doch so voll, wie hier die Kirche an einem normalen Sonntag Abend ist können sich die meisten Priester in Deutschland nur wünschen. Leider ist es so, dass die Kirche in Deutschland allmählich in den Hintergrund rückt und andere Dinge dafür umso wichtiger sind, aber hier in der "kleinen" Stadt Leme ist die Kirche wirklich voll und es sind auch nicht nur alte Leute; ganz im Gegenteil : man findet viel mehr junge Pärchen (obwohl ich da den Verdacht hege, dass die die Kirche nur als Vorwand benutzen, um hinterer ein wenig rumzuknutschen. Aber wie gesagt es ist nur eine Vermutung ), Familien mit Kindern, Ehepaare, Singles und auch Gruppen von Jugendlichen, die einfach mal zusammen gegangen sind. Es ist schön, diese Vielschichtigkeit zu sehen und miterleben zu dürfen, denn sie ist etwas besonderes, von dem ich hoffe, dass Brasilien sie sich noch lange bewahren kann.
Der Ablauf der Messe ist ach äußerst interessant, denn es wird nicht nur viel gesungen und es gibt dort keine Orgel, was nicht generell sein muss, aber hier in der einen Kirche so ist, sondern auch viel geklatsch. Wenn die Bibel hochgehoben wird nach dem Evangelium wird geklatsch, wenn eine heilige Figur Geburtstag feiert, wird ein Geburtstagsständchen gesungen mit rhytmischen Klatschern und wenn der Priester etwas gut gemacht hat, wird auch mal applaudiert. Das stärkt das Gruppengefühl und lässt einen sich so fühlen, als sei man nicht in der Kirche, sondern bei einer Massenversammlung, die begeistert. Es ist konfus und ich schmunzel auch sehr darüber, doch es gefällt mir auch. Nach der Kirche wurden das letzte Mal sogar noch kleine Knabbereien verkauft.
Eine weitere Sache, die mich hier fasziniert ist die WOhnsituation. Die meisten Leute wohnen in einstöckigen Häusern mit hohen Mauern und gut verschließbaren Toren. IN Deutschland ist alles viel offener und größer, die Häuser sind riesig im Gegensatz zu hier, die Straßen super, selbst wenn man bei einigen Strecken denkt, man würde in alle Einzelteiel zerfallen : eien Tour mit dem Käfer von 1980 über Brasiliens Straßen und jedes Schlafloch in Deutschland scheint ein winziger Stein unter dem Reifen eines Geländewagens. OKay, vielleicht habe ich übertrieben, aber die Fahrten sind sehr mit Hüpfen verbunden, denn alle paar Meter gibt es Hügel, damit man nicht zu schnell fährt.
Etwas, was ich ebenfalls konfus finde ist, dass viele Leute arm sind, es nach außen jedoch nicht zeigen. Sie haben tolle Fingernägel und saubere Kleidung, doch wenn man genau hinsieht und über den TV und allerlei Schnickschnack rüber schaut sieht man doch die fettigen Haare oder die von deer Feldarbeit rauen Hände und selbst bei Frauen extremen Muskeln und krummen Rücken. Die Brasilianer, zumindest einige versuchen ihre Armut hinter so vielen materiellen Dingen wie möglich zu verstecken. Ich habe noch lange nicht genug gesehen, um wrklich sagen zu können, dass es ein Merkmal ist und man es typisch nennen könnte, aber ich bewunder es auf der einen Seite und kann es doch auf der anderen so garnich tverstehen.


Ich bin gespannt, was für Schocks mich vielleicht doch noch erwarte. Und bis dahin genieße ich es hier zu sein.

Samstag, 20. August 2011

Erste Arbeitswoche

Es ist Samstag und zum ersten Mal in dieser Woche scheint nicht die Sonne pausenlos, sondern wird von einer dichten Wolkendecke umhüllt. Klingt bestimmt sehr metaphorisch, aber eigentlich ist es eher ätzend, weil es bereits geregnet hat und es ziemlich schwül ist.
Die erste Arbeitswoche ist überstanden und heute bin ich etwas krak. Da trifft sich das mit dem nicht so tollen Wetter ganz gut.
Ich muss sagen, dass die erste Woche im Nachhinein ziemlich fix rum ging und wir jetzt noch 25 Wochen haben, bis wir wieder zuhause sind. Ich weiß, dass man nicht die Tage zählen sollte, bis man wieder nach Hause fährt, aber mir gibt es irgendwie Kraft und Halt alles zu überstehen, denn 25 Wochen klingt nicht so lang, wie 175 Tage oder noch so ziemlich 6 Monate. 25 Wochen kann man aushalten 25 wochen sind 4x Sommerferien (fast), 25 Wochen ist kürzer, als eine Frau schwanger ist. 25 Wochen kann man schaffen.

Wir haben in dieser Woche alles kennengelernt, was man hier als MaZler machen kann : Wir waren in der Creche (dem Kindergarten) und ich bin wirklich schon gut eingegliedert worden. Ich bin ja in der Gruppe der 1-2 Jährigen  und habe natürlich viel mit den Kurzen gespielt, beim Essen machen geholfen, aber ich durfte auch Wickeln und Waschen. Und meiner Meinung nach ist das ein gutes Zeichen, denn dadurch zeigen dir die "Tias" (Tanten), dass sie ´Vertrauen in dich haben und du helfen kannst.
Die kleinen Kindern sind echt super süß und fremdeln auch garnicht so sehr, wie ich anfangs dachte. Natürlich kann ich immer noch nicht wirklich reden, aber ich traue mich schon mehr die Dinge zu sagen, die ich kann.
Dann war ich diese Woche zweimal im Imperial, das ist ein Stadtteil am Stadtrand, in dem wirklich keine reichen Leute wohnen. Es sind eher Feldarbeiter oder sogar arbeitslose, die dort ihr Heim haben. Im Imperial gibt es das "Projekt", einen Raum, der 4x die Woche für eine Stunde geöffnet hat und zu dem die Kinder zum Spielen oder Hausarbeiten machen kommen. Am Wochenende findet hier noch Capoeira statt, die Kampftanzsportart, die hier in Braslien sehr verbreitet ist. Heute bin ich etwas erkältet, deshalb fahren wir vielleicht morgen hin und bleiben heute mal zuhause und machen garnix :)
Das dritte Feld, in dem wir eingesetzt werden können ist die Arbeit mit einem Mann, der nach einem Unfall lange Zeit liegen musste und jetzt wieder lernt zu gehen. Mit dem müssen wir 2x die Woche ins Fitnessstudio gehen und trainieren.
Ansonsten bin ich diese Woche noch mit am Stadtrand gewesen und habe bereits 2 Familien kennengelernt, die in wirklich krassen Verhältnissen leben.

Ich bin auf die nächste Zeit noch sehr gespannt, freue mich aber auch sehr !

Dienstag, 16. August 2011

Erster Arbeitstag

Heute war, wie man der Überschrift entnehmen kann mein erster Arbeitstag im fremden Land.
Nachdem wir am Wochenende noch die Wohnsituation klären konnten und ich jetzt umgezogen bin in ein anderes Zimmer konnte heute dann der Alltag endlich anfangen.
Zunächst waren wir in der Chreche und wurden herum geführt. Danach sind wir aufgeteilt worden und ich bin alleine in die Gruppe der zweijährigen gelkommen, die schon laufen können. Es war auf jeden Fall spannend, denn anders als in Deutschland gibt es nicht tausend Spielsachen und viele Räume mit verschiedenen Aktivitäten, sondern einen eingezäunten Hof, in dem sich je nach Tageszeit und Lust der Erzieherinnen verschiedene Spielsachen liegen, die von allen Kindern gleich genutzt werden können. Ganz nach dem Motto "Wer zuerst kommt mahlt zuerst" können sich die Kurzen bedienen. Es gibt aber auch natürlich die, die sich alles einfach nehmen, ganz egal, wer gerade versunken damit in einer Ecke sitzt und doch nur friedlich seine Ruhe haben will. Das spannende an der Sache war, dass ich nach einer Stunde die Kinder bereits einteilen konnte in Ruhige, Fiese, Heulsusen und einfach nur mega süße Kinder.
Meine erste "Schicht" war um 11 zu Ende und ich bin zusammen mit den anderen zum Konvent zurück gegangen, um bei den Vorbereitungen vom Mittagessen zu helfen und dann noch kurz zu entspannen. Auch nach dem Essen war zum Glück noch Zeit ein wenig auszuruhen und sich den Morgen noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Nachmittasg nach der Chreche bin ich dann weder mit zum Stadtrand, noch zum Altenheim gefahren,sodass ich wieder etwas Freizeit hatte. Dafür sind wir dann Abends gemeinsam zur Kirche gefahren und haben bei der Essensausgabe für die nicht so reichen Menschen geholfen.
Es war schon ein sehr spannender Tag und ich bin gespannt, was noch folgt :)

Samstag, 13. August 2011

Erster Eindruck

Ich bin tatsächlich angekommen ohne, dass mein Koffer verschwunden ist oder sonst etwas Dummes passiert ist.
Der Abschied in Frankfurt war schon ziemlich traurig, denn ich habe noch nicht wirklich realisiert, dass ich so lange weg sein werde. Es war schrecklich allen Tschüss zu sagen und sie dann zu bitten, schonmal weg zu gehen, damit man nicht hinter der Sicherheitskontrolle doch nochmal zurück schaut.
Der Flug an sich ist ziemlich lang und anstrengend gewesen, denn es ist nicht leicht seine Beine bei 40 Zentimeter bequem zu sortieren und in einer ziemlich aufrechten Position zu schlafen.
Außerdem war es sehr konfus, dass es um halb 1 Abendessen gab, was übrigens ganz in Ordnung war, aber doch nicht so gut, dass man zu den Menschen gehören möchte, die ständig um die Welt fliegen.
In Sao Paulo bekamen wir, nachdem wir ein paar Formulare ausgefüllt haben, eine Stunde anstehen mussten und unsere Koffer in Empfang nehmen konnten nach 2 Stunden doch fast zügig den vom Konvent gestellten Bus, der uns nach Leme bringen sollte.
Die zwei Stunden Fahrt waren ziemlich interessant, denn man sieht doch schon relativ viel von der Straße aus.
Mich hat die rote Erde sehr fasziniert, die Hochhäuser, die sich geradezu hinter kleinen Baracken und Wellblechdachhäuschen auftürme , die hügelige Straße und vor allem die vielen alten Autos. Es wird oft gesagt, dass man mit Brasilien alte Käfer und T1 verbindet. Aber dass doch so viele Menschen eines dieser Autos fahren hätte ich doch nicht gedacht, Aber das nur am Rande.
Wir kamen gegen 10/halb 11 im Konvent an und waren ziemlich froh, dass alles einen so sauberen und auch relativ neuen Eindruck gemacht hat, doch leider blieb diese Gelassenheit nenne ich sie nicht lange, denn unser Zimmer entpuppte sich als kleiner Raum, der mit den drei Betten schon fast überfüllt wirkte. Doch nachdem die ersten Wundschbilder von einem luxuriösen Zimmer aus dem Kopf verschwunden waren machten wir uns daran die Koffer auszupacken und danach die Stadt ein wenig zu erkunden.
Die Geschäfte an sich fand ich nicht allzu anders als in Europa, doch was mich faszinierte waren die vielen Autos, die mit Boxen im Kofferraum oder einer Musikanlage auf dem Dacht die Hauptstraße hoch und runter fuhren und dabei die halbe Stadt beschallten. Die Atmosphäre war dadurch, und ich denke wegen des wunderbaren Wetters und der Tatsache, dass Wochenende ist locker und heiter.
Ich bin mal gespannt, wie locker und heiter es noch wird, aber ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es genau richtig ist, dass ich hier bin und das mache, was ich mache, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was es sein wird.

Wie man sieht ist mein erster Eindruck enorm gewesen und es waren noch andere Dinge, doch ich möchte nicht zu sehr ins Detail abrutschen, denn wie aus Erfahrung : Berichte, die zu lang sind liest keiner, also

Danke, wenn ihr diesen Post  bis zum Ende gelsen habt !!!

Dienstag, 9. August 2011

Radio

Ich bin noch nichtmal weg und erlebe in den letzten Tagen mehr als das letzte halbe Jahr. Wenn das so weiter geht, werden die sechs Monate sicher fix rum gehen.
Heute hatte ich meine letzte Portugiesisch-Stunde. Die letzten vier Monate bin ich regelmäßig zu meiner Lehrerin hier in der Stadt gefahren und habe mehr oder weniger erfolgreich versucht die Sprache zu lernen und was noch wichtiger ist zu verstehen. Letzteres ist leider noch nicht ganz gelungen, aber das wird schon klappen, wenn ich in Brasilien ankomme.
Gestern bin ich zu einem Entsendungstreffen bei Weihbischof König in Paderborn gewesen zusammen mit 5 anderen MaZ-lern. Ich muss ja sagen; dieser Typ ist auch ein echt super netter Mann.
Um zurück zu heute zu kommen; nachdem ich beim Unterricht gewesen bin kam ich nach Hause um endlich damit anzufangen meine Koffer zu packen. Da klingelte das Telefon (das klingt wie in einem schlechten Roman). Ein Mann aus Paderborn war dran und teilte mir mit, dass der WDR gern im Fernseher über mich berichten wolle. Ich dachte natürlich, dass dies ein Witz sei. Okay, im Endeffekt hatte er sich auch vertan und es war "nur" das Radio. Aber immerhin !!! Ja ich komme ins Radio :)
Eine sehr nette junge Dame war dann eine viertel Stunde später kurz hier und hat mich interviewt.

Dann warte ich mal ab, wie grausam meine Stimme "in Echt" klingt :)

Dienstag, 2. August 2011

Frei

Obwohl ich auf der einen Seite sehr traurig bin, dass ich bald weg sein werde freue ich mich in letzter Zeit doch ziemlich auf das Neue und Unbekannte.
Ich hab schon eine Packliste geschrieben und soweit alle wichtigen Dinge eingekauft (bis auf ein Moskitonetz). Selbst die Impfungen habe ich mit viel Zureden und Hände-festhalten überstanden.
In den nächsten Tagen geht es dann allmählich ans Koffer und Rieeesenrucksack packen. Ich hoffe, dass alles reinpasst.
Aber am meisten hoffe ich, dass ich nicht plötzlich Panik bekomme und schreiend wieder aus dem Flugzeug renne... okay, ganz so schlimm wird es nicht kommen und ich weiß auch, dass die Angst nochmal wieder kommt, aber im Moment ist sie weg, einfach mal Urlaub machen und das tut ziemlich gut, denn Heimweh haben, wenn man noch garnicht weg ist, ist doch ziemlich bescheuert.
Aber nicht, dass ihr das falsch versteht ! Ich werde bestimmt Heimweh bekommen und auch Tage vor der Abreise und nach der Ankunft haben an denen ich nur denken werde : WIESO bist du nicht einfach studieren gegangen, wie JEDER ANDERE auch ? Stattdessen sitzt du hier, kapierst kein Wort und hast einfach nur Hitze... oder so ähnlich.
Aber wie gesagt, im Moment tut es gut, nicht schon traurig zu sein sondern einfach die Zeit zu genießen :) Und jetzt ab zum Sektabend :)
Bis bald !